Auf den Fassaden von Gebäuden sammelt sich im Laufe der Zeit viel Schmutz. An viel befahrenen Verkehrsstraßen oder in Industriegebieten können die Anteile von Schwermetallen sehr hoch sein.
Alte Farbanstriche enthalten eventuell Schadstoffe wie Cadmium etc. Die Fassadenreinigung soll ein Gebäude erneuern und schützen. Die Entfernung von Algen, Flechten und Moosen kann für einen neuen Anstrich oder eine Beschichtung erforderlich sein. Überwiegend wird mit Wasser und mit Hochdruckreiniger gearbeitet. Das Abwasser darf wegen der Schadstoffe nicht im Boden versickern noch darf es in Regenwasserkanäle eingeleitet werden.
Bei einer Fassadenreinigung müssen folgende spezielle technische Anforderungen berücksichtigt werden: Das Abwasser muss in den Schmutz- oder Mischwasserkanal des öffentlichen Entwässerungssystems eingeleitet werden. Bei der Einleitung sind die Bestimmungen einzuhalten. Für den Laien ist es oft schwierig, den richtigen Kanal zu erkennen.
Bei Privathäusern wird davon ausgegangen, dass ein Bodeneinlauf im Keller am Schmutz- oder Mischwasserkanal angeschlossen ist. Das Abwasser aus der Fassadenreinigung kann dort eingeleitet werden, jedoch nur im gefilterten Zustand. Hierzu genügt meist ein Tuch. Der mineralische Rückstand kommt in den Hausmüll. Große gewerbliche Mengen sind abfallrechtlich zu entsorgen. Das Versickern des Abwassers kann durch Folienwannen vermieden werden, die am Fuß der jeweiligen Hausfassade angebracht werden. Reinigungsfirmen haben damit Erfahrung.
Bei der Verwendung von Reinigungsmitteln sollte zunächst überlegt werden, ob eine Reinigung nur mit Wasser schon genügt und man auf Zusatzmittel verzichten kann. Denn Reinigungsmittel enthalten zusätzliche Schadstoffe, die das Abwasser ebenfalls belasten. Bei einer Verwendung sollte die Konzentration so gering wie möglich gehalten werden. Genaue Angaben zur Verwendung, Wirkungsweise und den Inhaltsstoffen findet man im jeweiligen DIN-Sicherheitsdatenblatt. Der Einsatz aromatischer Kohlenwasserstoffe wie Benzol, Xylol und Toluol ist verboten. Heute werden hauptsächlich alkalische Mittel verwendet, die chemisch und ökologisch viel unbedenklicher sind. Trotzdem gilt Vorsicht: Schutzhandschuhe! Die – noch erlaubte – Verwendung von Methylenchlorid als Alternative zur Lauge ist ökologisch fragwürdig. Werden beim Einsatz Grenzwerte überschritten muss es gespeichert und entweder behandelt oder entsorgt werden. Das ist aufwendig und teuer. Es wird dringend geraten, diese Überlegung im Vorfeld einer Reinigung anzustellen.
Der Einsatz eines Sprüh-Saug-Systems vermeidet zwar nicht das Abwasser, aber durch den Aufbau und die Wirkungsweise des Systems ist keine Folienwanne mehr erforderlich. Wasserfreie Reinigungsverfahren wie das JOS – Verfahren arbeiten mit mineralischem Strahlmittel, welches aus einer Rotationsdüse auf die Fassade gestrahlt wird. Ein sehr geringer Wasseranteil dient zum Anfeuchten des Strahlgutes. Maßnahmen gegen Versickerung sind hier nicht zu ergreifen.