Archiv für ‘Reinigung Allgemein’ Kategorie

15. September 2010  Kategorie:   Reinigung Allgemein

Die Reinigung in Bäckereien und Lebensmittel verarbeitenden Betrieben dient der Entfernung von Schmutz und Lebensmittelresten, die uner­wünschten Mikroorganismen als Nahrung zur Vermehrung dienen könnten.
Die Durch­führung der Reinigung muss für jeden Betrieb bzw. Bereich individuell unter Berück­sichtigung der genannten Einflussfaktoren geplant werden. Häufig erfolgt aufgrund einer starken Verunreinigung mit Lebensmittelresten im Vorfeld der Reinigung eine Entfernung des Grobschmutzes. Anschließend folgt die eigentliche Reinigung unter Verwendung geeigneter Reinigungsmittel.

Ablauf der Reinigung: Grobschmutz entfernen durch kehren, kratzen, wischen, spülen oder spritzen; Reinigung mit einer Reinigungsmittellösung mit sauberem Wasser nachspülen, um Reinigungsmittelrückstände zu entfernen.

Reinigungsmittel Reinigungsmittel lassen sich nach ihren pH-Werten in drei Gruppen einteilen:
saure Reinigungsmittel (pH-Wert zwischen 1 und 5);
neutrale Reinigungsmittel (pH-Wert zwischen 6 und 9);
alkalische bzw. basische Reinigungsmittel (pH-Wert zwischen 10 und 14).

Reinigungsmittel enthalten neben den Säuren oder Alkalien je nach Produkt und An­wendungsbereich z. B. folgende Komponenten:

Tenside (insbesondere anionische und/oder nichtionische Tenside) setzen die Ober­flächenspannung herab, fördern das Ablösen von Schmutz und verbessern die Reini­gungswirkung; Komplexbildner wie z. B. Polyphosphate, Phosphonate und Ethylendiamintetraacetat (EDTA) binden freie Mg2+- und Ca2+-Ionen aus dem Wasser, wodurch der Bil­dung von Kalkablagerungen vorgebeugt und gleichzeitig die Reinigungseigenschaf­t verbessert wird; Oxidationsmittel wie z. B. Peroxide und Hypochlorit dienen zur Entfernung hart­näckiger Rückstände und besitzen gleichzeitig eine mikrobizide Wirkung. Sie wer­den insbesondere bei alkalischen Reinigungsmitteln eingesetzt; kationische Tenside besitzen eine keimreduzierende Wirkung; Schauminhibitoren verhindern eine übermäßige Schaumbildung. Dies ist insbeson­dere bei Produkten für die CIP-Reinigung notwendig; Korrosionsinhibitoren reduzieren mögliche Oberflächenschädigungen von sauren Reinigungsmitteln; Stabilisatoren und Lösevermittler sollen eine Trennung der einzelnen Komponenten sowie unerwünschte chemische Reaktionen im Konzentrat verhindern und werden in flüssigen Reinigungsmitteln angewandt, um deren Stabilität zu erhalten.

Saure Reinigungsmittel

Die Basis saurer Reinigungsmittel können verschiedenste Säuren wie z. B. Schwefel­säure, Salpetersäure, Salzsäure, Citronensäure oder deren Salze sein. Die Säuren dienen insbesondere der Auflösung säurelöslicher, mineralischer Beläge (Kalkablagerungen). Sie verwandeln die wasserunlöslichen Ablagerungen (z. B. Wasser-, Kessel-, Milch- oder Bierstein) in eine lösliche, abspülbare Form. Einsatzgebiete saurer Reinigungsmittel sind z. B. Erhitzer-, Tank- und Formenreinigung sowie im Sanitärbereich. Nachteil: Saure Reinigungsmittel können gegenüber den Materialien (z. B. Aluminium) korrosiv wirken.

Neutrale Reinigungsmittel

Die Basis neutraler Reinigungsmittel sind meist anionische und/oder nichtionische Ten­side. Da neutrale Produkte weniger aggressiv sind, werden sie überwiegend für manuelle Reinigungsarbeiten (z. B. auch als Fettlöser) sowie zur Reinigung empfindlicher Gegen­stände eingesetzt.


Alkalische Reinigungsmittel

Grundstoffe alkalischer Reinigungsmittel sind z. B. Natronlauge bzw. Natriumhydroxid, Kalilauge bzw. Kalihydroxid, Natrium-bzw. Kaliumsilikat oder Natrium- bzw. Kalium­phosphat. Alkalische Bestandteile wirken in wässrigen Lösungen in der Regel sehr gut quellend und lösend auf organische Rückstände. Sie besitzen eine gute Reinigungskraft gegen­über eiweißhaltigen Verunreinigungen und werden daher z. B. häufig in der Fleischwirt­schaft angewandt. Bei sehr hartnäckigen Verunreinigungen durch z. B. denaturiertes Eiweiß in Grill-, Räucher- und Kochschränken werden stark alkalische Reiniger einge­setzt. Nachteil: Alkalische Reinigungsmittel können gegenüber den Materialien (z. B. Alumi­nium) korrosiv wirken.
Praxistipps In vielen Fällen ist ein regelmäßiger Wechsel zwischen sauren und alkalischen Reinigungsmitteln sinnvoll (z. B. 4 × pro Woche Reinigung mit alkalischem Pro­dukt und 1 ×pro Woche mit saurem Produkt). Dadurch nutzt man die positiven Eigenschaften beider Produktgruppen. Regelmäßiger Produktwechsel wirkt sich positiv auf die Lebensdauer des Mate­rials aus (hoher Materialverschleiß durch aggressive Wirkung der Reinigungsmittel). Reinigungsmittel dürfen nicht miteinander vermischt werden! Ansonsten können unerwünschte chemische Reaktionen wie z. B. Verpuffungen oder Gasbildung auftreten. Reinigungsmittel müssen laut den Herstellerangaben für den Lebensmittelbereich geeignet sein.
Bei der Auswahl des Reinigungsmittels und des -verfahrens ist eine Beratung durch den Fachmann notwendig. Stark saure und alkalische Reinigungsmittel besitzen eine erhebliche keimredu­zierende Wirkung. Zur Reinigung und Desinfektion ist stets Wasser mit Trinkwasserqualität zu ver­wenden.

5. September 2010  Kategorie:   Reinigung Allgemein

Die Gemeinden, Verwaltungen und Firmen sollten in der ökologischen Gebäudereinigung, eine Vorbildfunktion einnehmen. Eine umfassende umweltbewusste Gebäudereinigung ist jedoch komplex und stellt die Verantwortlichen vor eine schwierige Aufgabe. Neue Beschaffungskriterien für ökologische Reinigungsprodukte können dabei eine Hilfe sein.
Noch immer finden sich im Abwasser Substanzen, die nicht vollständig abbaubar sind. Die sogenannten Mikroschadstoffe kommen in Flüssen, Seen und sogar im Trinkwasser vor.  Ein Teil davon stammt von der Gebäudereinigung, wobei neben der Umwelt auch das Reinigungspersonal belastet wird. Denn dieses ist täglich mit Produkten in Kontakt, deren Inhaltsstoffe reizende und allergene Eigenschaften haben können. Viele Gemeinden  und Firmen nehmen dies zum Anlass, um zunehmend auf umweltschonende Gebäudereinigung umzustellen.  Doch für einen umfassenden Wechsel ist spezifisches Fachwissen notwendig.
Heute stehen verschiedene Hilfsmittel für eine Umstellung zur Verfügung. Die Interessengemeinschaft ökologische Beschaffung veröffentlichte neue Beschaffungskriterien für Reinigungsprodukte. Sie empfiehlt, bereits beim Einkauf die Inhaltsstoffe zu kontrollieren.  So müssen Putzmittel, welche die Kriterien erfüllen, eine gute biologische Abbaubarkeit aufweisen. Diese kann mit Hilfe eines Tests ermittelt werden. Er simuliert und prüft das Verhalten von Chemikalien, die nach der Anwendung ins Abwasser gelangen. Es wurden schon verschiedene Ansätze vorgeschlagen, um die umwelt- und gesundheitsschädigende Wirkung von Reinigungsprodukten künftig zu reduzieren. Dazu gehören zum Beispiel die korrekte Produktdosierung, ein angepasstes Reinigungsintervall oder Methoden wie Mikrofasertücher, die den Verbrauch von Reinigungsmitteln stark einschränken. Dabei hat sich die Reinigung mit Mikrofasern als Trend bewährt.  Dieser Wechsel muss mit einer Weiterbildung des Personals verbunden werden.
Eine Umstellung auf ökologische Reinigung ist hürdenreich. Für das Reinigungspersonal ist es schwierig zu erklären, dass gereinigt wurde, obwohl es weder dufte noch der Boden glänze.  Eine weitere Hürde für die Hausverwaltungen ist es, den Vertretern der grossen Reinigungsfirmen zu erklären, dass sie künftig nur noch ökologische Produkte kauften und die Beschaffung sich somit auf weniger Lieferanten reduzieren werde. Für das Putzen sollte je nach Anwendung auch kaltes Wasser eingesetzt werden. Denn kaltes Wasser ist hautfreundlicher und setzt keine Dämpfe frei.  Die Vorstellung, nur mit warmem Wasser werde es richtig sauber, stimmt überhaupt nicht. Für eine ökologische Reinigung sind der richtige Einsatz mit Mikrofasertüchern und die verwendete Wassermenge wichtig. Oft wird einfach zu viel warmes Wasser mit entsprechendem Energieverbrauch verschwendet oder nicht mit den richtigen Mikrofasertüchern gereinigt.
Outsourcing – Pflichtenheft empfehlenswert.
Will eine Gemeinde oder Firma die Gebäudereinigung an eine externe Firma delegieren,  muss sie darauf achten, dass sich auch das Unternehmen an die ökologischen Bestimmungen hält. Bei der Ausschreibung kann die Vergabestelle ein Pflichtenheft für die beauftragte Firma erstellen, in dem die Kriterien für die zulässigen Produkte aufgeführt sind. Bei einer externen Reinigung ist es zwingend notwendig, dass die Gemeinden oder Firmen explizit den Einsatz von ökologischen Produkten verlangen. Um dies zu gewährleisten, ist es erforderlich, dass die Reinigungsfirmen bereits seit längerem mit ökologischen Produkten arbeiten.

Das ist jedoch nur selten der Fall. Noch gibt es viel zu wenige Firmen, die auf ökologischer Basis reinigen können.

5. September 2010  Kategorie:   Reinigung Allgemein

Alcantara ist ein Mikrofaserstoff, der auf Polyester und Polystyrol basiert und der in Japan entwickelt wurde

Durch die Mischung der beiden Grundkomponenten entsteht ein dünner Faden, aus dem dann sehr weiche und anschmiegsame Stoffe gewebt werden. Viele  Autohersteller nutzen dieses Kunstleder für die Innenausstattung ihrer Fahrzeuge. Wie erreicht man nun bestmögliche Pflege für dieses Kunstleder

Die Oberfläche des Alcantara erinnert an Veloursleder, ist jedoch wesentlich preisgünstiger als Leder. Alcantara kommt in vielen Bereichen der Textilverarbeitung als Vliesstoff zum Einsatz, beispielsweise für die Bekleidung und als Dekostoff im Innenbereich

Alcantara ist extrem leicht und atmungsaktiv und kann bei 30 Grad Celsius zu Hause in der Maschine gewaschen werden. Zudem trocknet Alcantara extrem schnell und ist sehr knitterresistent, reiß- und scheuerfest sowie formbeständig. Auch Schmutz und Wasser kann Alcantara eigentlich nichts anhaben.

Aufgrund dieser Vorteile ist Alcantara besonders für Schonbezüge zu empfehlen. Gerade im Hinblick auf die Tatsache, dass Lederbezüge nicht gewaschen werden können, sondern in die Reinigung gebracht werden müssen. Zudem wird Leder nach mehrmaligem reinigen steif und brüchig, da Fette beim Reinigungsvorgang entzogen werden.

Alcantara hingegen läuft beim Waschen nicht ein.  Selbst bei einer sehr häufigen Reinigung wird Alcantara nicht speckig und bekommt auch keine glänzenden Stellen. Wenn man es gegen den Strich bürstet, richtet sich der Flor wieder auf und es sieht aus wie neu.

Ein weiterer Vorteil des Alcantara liegt darin, dass es licht- und farbecht ist und somit selbst bei einer erhöhten Sonneneinstrahlung nicht ausbleichen kann. Auch die Oberfläche des Alcantara ist gegenüber Leder viel angenehmer, da es gleichmäßig dick bzw. dünn ist und somit die Oberfläche immer gleichmäßig schön bleibt.

Die Pflege von Alcantara kann neben Wasser auch Neutralseife und eine Essig-Wasser-Mischung zur Entfernung von Flüssigkeiten benutzt werden. Schokolade und Malfarben können mit verdünntem Ammoniak oder mit Terpentinessenz abgetupft werden. Bei Öl und Fett hilft allerdings nur eine chemische Reinigung.

Unterhaltspflege und Reinigung: Unterhaltspflege. Sie ist hierbei werden Verschmutzungen, die im täglichen Gebrauch entstehen (Hausstaub, Kontaktverschmutzung, etc.), beseitigt und zwar durch regelmäßiges Absaugen mit einer Polsterdüse (geringe Saugstärke) und anschließendem Abbürsten mit einer weichen Bürste in Strichrichtung. Außerdem sollte der Bezugsstoff von Zeit zu Zeit mit einem feuchten – nicht zu nassen – Leder abgerieben werden, da gerade in zentralbeheizten Räumen die Luftfeuchtigkeit oft zu gering ist. Die Feuchtigkeit hält die Fasern elastisch und wirkt sich somit positiv auf die Langlebigkeit des Stoffes aus.

Reinigung Diese ist nur erforderlich bei außergewöhnlichen Verschmutzungen,(verschüttete Getränke, Speisen und Blut).

Fleckenentfernung sollte grundsätzlich die Arbeit eines Fachbetriebs sein. Wollen Sie es dennoch selbst versuchen, sollten Sie Folgendes beachten: Grobe Teile, z.B. Speisereste, sollten mit einem Löffel oder einem Messerrücken entfernt werden. Eingetrocknete Flecken auf keinen Fall mit einem Fingernagel abkratzen, da die Gefahr besteht, dass die Fasern des Stoffes beschädigt werden. Flüssigkeiten werden mit einem saugfähigen Tuch entfernt, dürfen jedoch nur abgetupft werden.
Anschließend sollte zunächst eine Reinigung mit lauwarmem, destilliertem Wasser (30° C) und pH-neutralem Shampoo oder Feinwaschmittel versucht werden. Auf keinen Fall mit Haushaltsreinigern arbeiten.
Wichtig ist dabei, dass immer vom Rand zur Mitte hin gearbeitet wird, um den Fleck nicht zu vergrößern und um zu vermeiden, dass sich Ränder bilden. Wollen Sie ein Reinigungsmittel verwenden, so bearbeiten Sie nie direkt die befleckte Stelle. Prüfen Sie erst an einer verdeckten Stelle des Polsterbezuges die Farbechtheit mit einem weißen, weichen, mit Reinigungs- bzw. Fleckenentfernungsmittel getränktem, sauberen Tuch.
Sind besondere Reinigungsanleitungen vorgegeben sind diese in jedem Fall maßgebend für die Reinigung.Zuletzt den Flor aufbürsten. Bevor das gereinigte Möbelstück wieder benutzt werden kann, muss es vollkommen trocken sein. Nach dem Trocknen kann der Flor mit einem Staubsauger abgesaugt und einer weichen Bürste nochmals aufgebürstet werden.

Alkohol Liköre     Shampoonieren mit Wasser und Neutralseife, dann mit verdünntem Alkohol  (10-20%) abtupfen Getränke Wein Mit Wasser und Essig (50%) abtupfen, dann mit Wasser und Neutralseife shampoonieren
Kugelschreiber Mit Perchlorethylen abtupfen
Bier Mit 3% Alkohol angereichertem Wasser (max. 40°), abtupfen
Kaffee Tee, Milch Mit Wasser und Neutralseife shampoonieren. Bei hartnäckigen Flecken mit zu 10% verdünntem Ammoniak abtupfen.
Schokolade, Süßigkeiten Mit lauwarmem Wasser (40°) oder mit verdünntem Ammoniak (zu5%) abtupfen
Malfarben Ölfarben: Mit Terpentinessenz abtupfen, dann mit Wasser und Seife shampoonieren. Tempera: Mit Wasser und Seife shampoonieren. Auf jeden Fall soll man sich bei alten und somit schwer zu entfernenden
Kosmetika im allgemeinen genügt das Shampoonieren mit Wasser und Neutralseife. Bei hartnäckigen Flecken Perchlorethylen oder zu 5% verdünntes Ammoniak verwenden. Auf keinen Fall Säure oder andere Lösungsmittel, z. B. Nagellackentferner, verwenden
Gras, Gemüse Mit lauwarmem Wasser (max. 40°C) abtupfen und mit Wasser und Neutralseife nachshampoonieren
Kaugummi Mit Perchlorethylen abtupfen
Tinte Soviel wie möglich mit Löschpapier aufsaugen, mit Alkohol (20%) abtupfen und mit Wasser und Neutralseife shampoonieren. Manchmal erzielt man auch mit Zitronensaft gute Resultate. bei hartnäckigen Flecken sollte man sich an einen Spezialisten wenden
Schuhcreme Mit Perchlorethylen abtupfen
Marmelade, Sirup Mit lauwarmem Wasser (max. 40°C) abtupfen. Wenn der Fleck so nicht zu entfernen ist, Perchlorethylen benutzen.
Öl, Fett Chemische Reinigung

24. Juni 2010  Kategorie:   Reinigung Allgemein

Auf den Fassaden von Gebäuden sammelt sich im Laufe der Zeit viel Schmutz. An viel befahrenen Verkehrsstraßen oder in Industriegebieten können die Anteile von Schwermetallen sehr hoch sein.

Alte Farbanstriche enthalten eventuell Schadstoffe wie Cadmium etc. Die Fassadenreinigung soll ein Gebäude erneuern und schützen. Die Entfernung von Algen, Flechten und Moosen kann für einen neuen Anstrich oder eine Beschichtung erforderlich sein. Überwiegend wird mit Wasser und mit Hochdruckreiniger gearbeitet. Das Abwasser darf wegen der Schadstoffe nicht im Boden versickern noch darf es in Regenwasserkanäle eingeleitet werden.

Bei einer Fassadenreinigung müssen folgende spezielle technische Anforderungen berücksichtigt werden: Das Abwasser muss in den Schmutz- oder Mischwasserkanal des öffentlichen Entwässerungssystems eingeleitet werden. Bei der Einleitung sind die Bestimmungen einzuhalten. Für den Laien ist es oft schwierig, den richtigen Kanal zu erkennen.

Bei Privathäusern wird davon ausgegangen, dass ein Bodeneinlauf im Keller am Schmutz- oder Mischwasserkanal angeschlossen ist. Das Abwasser aus der Fassadenreinigung kann dort eingeleitet  werden, jedoch nur im gefilterten Zustand. Hierzu genügt meist ein Tuch. Der mineralische Rückstand kommt in den Hausmüll. Große gewerbliche Mengen sind abfallrechtlich zu entsorgen. Das Versickern des Abwassers kann durch Folienwannen vermieden werden, die am Fuß der jeweiligen Hausfassade angebracht werden. Reinigungsfirmen haben damit Erfahrung.

Bei der Verwendung von Reinigungsmitteln sollte zunächst überlegt werden, ob eine Reinigung nur mit Wasser schon genügt und man auf Zusatzmittel verzichten kann. Denn Reinigungsmittel enthalten zusätzliche Schadstoffe, die das Abwasser ebenfalls belasten. Bei einer Verwendung sollte die Konzentration so gering wie möglich gehalten werden. Genaue Angaben zur Verwendung, Wirkungsweise und den Inhaltsstoffen findet man im jeweiligen DIN-Sicherheitsdatenblatt. Der Einsatz aromatischer Kohlenwasserstoffe wie Benzol, Xylol und Toluol ist verboten. Heute werden hauptsächlich alkalische Mittel verwendet, die chemisch und ökologisch viel unbedenklicher sind. Trotzdem gilt Vorsicht: Schutzhandschuhe! Die – noch erlaubte – Verwendung von Methylenchlorid als Alternative zur Lauge ist ökologisch fragwürdig. Werden beim Einsatz Grenzwerte überschritten muss es gespeichert und entweder behandelt oder entsorgt werden. Das ist aufwendig und teuer. Es wird dringend geraten, diese Überlegung im Vorfeld einer Reinigung anzustellen.

Der Einsatz eines Sprüh-Saug-Systems vermeidet zwar nicht das Abwasser, aber durch den Aufbau und die Wirkungsweise des Systems ist keine Folienwanne mehr erforderlich. Wasserfreie Reinigungsverfahren wie das JOS – Verfahren arbeiten mit mineralischem Strahlmittel, welches aus einer Rotationsdüse auf die Fassade gestrahlt wird. Ein sehr geringer Wasseranteil dient zum Anfeuchten des Strahlgutes. Maßnahmen gegen Versickerung sind hier nicht zu ergreifen.