Eine erfolgreiche Teppichreinigung ist vom Verstand, der Erfahrung und sorgfältigem Arbeiten abhängig. Es ist oft so, dass die Versuchung groß ist, sich einfach Wasser und Strom zu besorgen und dann anzufangen.
Als Grundregel vorweg gilt es das Material zu prüfen.
Materialprüfung
Folgende Fragen gilt es sich vor jeder Teppichreinigung zu stellen
- Ist das Material wasserbeständig
- Ist das Material farbecht
- Ist der Teppich verklebt, lose verlegt oder verspannt
- Was ist mit stärkeren Mitteln und muss ich etwas gegen Verbräunungen tun
- Ist eine Fußbodenheizung vorhanden
Diese Fragen können Sie immer anhand einer Materialprobe klären. Für die Prüfung heben Sie den Teppich an, entweder an einer Naht oder in einer Ecke. Das Trägermaterial besteht normalerweise aus einer der drei Materialien: Schaumstoff, Jute oder Latex.
Bei Schaumstoff kann man das Sprühextraktionsverfahren bedenkenlos einsetzen, aber bei Jute oder Latex ist Vorsicht geboten.
Teppichfasern an sich sind nicht einfach zu erkennen. Sie können aber davon ausgehen, dass Velour, Nadelfilz und einfache Schlingware synthetische Fasern sind aber Berber und viele Auslegware mit Juterücken aus Wolle oder einer Woll- Synthetikmischung bestehen.
Um Farbechtheit zu testen, nimmt man am besten ein weißes Handtuch, taucht es in die Reinigungslösung. An einer nicht sichtbaren Stelle reibt man kräftig auf dem Teppich. Bei Farbbestänigkeit wird das weiße Handtuch nicht die Farbe des Teppichs annehmen.
Die Teppichreinigung
Der Teppich ist geprüft und er ist reinigungsfähig. Jetzt müssen Sie sich entscheiden, mit welchem Reinigungsverfahren man ein optimales Ergebnis erzielt. Verschiedenen Verfahren bieten sich da an, die Shampoonierung und die Bonnet-Mop-Methode stellen eigentlich keine optimale Grundreinigung dar.
Shampoonierung
Eine Einscheibenmaschine wird mit Teppichshampoo befüllt, welches in den Teppich einmassiert und nach dem Trocknen abgesaugt wird. Hier entsteht rasch das Problem der schnellen Wiederverschmutzung und bei starker Verschmutzung hat man oft ein sehr unbefriedigendes Ergebnis.
Sprühextraktion
Die Sprühextraktion ist heutzutage das meist genutzte Reinigungssystem und äußerst wirkungsvoll. In den Frischwassertank wird heißes Wasser(bitte mindestens 45° C) zusammen mit dem Sprühextraktionsreiniger eingefüllt. Die zu reinigende Fläche wird mit dem Bodenadapter eingesprüht. Dabei wird der Schmutz gelöst und gleichzeitig wieder aufgesaugt. Man arbeitet in Bahnen und achtet darauf das sich die Bahnen immer ein Drittel überlappen. Sollte das Ergebnis nicht zufriedenstellend sein, so kann man den Vorgang wiederholen. Eine schnellere Trockenzeit erzielen Sie indem sie, ohne sprühen, den Boden nochmals absaugen.
Vorsprühen bei der Sprühextrahierung…
erleichtert den Reinigungsablauf. Vor der eigentlichen Reinigung sprüht man die zu reinigende Fläche mit einem Verkehrsfächenreiniger und oder Vorsprühreiniger im Verhältnist 1 : 8 ein. Aufsprühen kann man man mit dem Sprühextraktionsgerät oder mit einem Sprühgerät. Dann wie oben geschildert sprühextrahieren.
Shampoonierung und Sprühextrahierung
Durch dieses Verfahren erzielen Sie das optimale Reinigungsergebnis besonders bei starker Verschmutzung. Bei diesem Verfahren setzt man ein Shampoo und ein Verkehrflächenreiniger ein, um die Shampoonierung durchzuführen.
Nachdem die zu reinigende Fläche shampooniert wurde, nimmt man die Sprühextraktionsmaschine und extrahiert. Zum Nachspülen muss die Fläche gründlich ausgespült und neutralisiert werden.
Bei allen Verfahren, bei denen das Sprühextraktionsverfahren eingesetzt wird sollte man auf die folgenden Punkte achten, da alle das Endergebnis beeinflussen können.
Die Wassertemperatur
Man geht am besten davon aus, dass heißes Wasser eingesetzt werden kann, außer bei Woll-, Acryl-, oder echten Orient-Teppichen bei denen Vorsicht geboten ist. Das Wasser sollte mindestens 40°C möglichste aber 60°C betragen. Bei 60°C beträgt die Wassertemperatur am Boden nur noch ca. 40°C
Äußerste Vorsicht bei Eiweißflecken, diese werden durch Temperatur fixiert – also immer zuerst bearbeiten.
Der Wasserdruck
Der Aufprall mit dem das Wasser auf den Boden gelangt ist mitbestimmend für das Reinigungsergebnis. Viele Leute gehen davon aus, dass je höher der Druck ist desto besser wäre das Reinigungsergebnis. Das sollte man ein bisschen differenzierter sehen. Ein Druck von 5–7 bar ist angebracht für Schaumstoffträger und synthetisches Material. Bei Nadelfilz kann man den Druck bis auf 13 bar erhöhen. Wir gehen davon aus, dass bei einem höheren Druck auch mehr Wasser auf den Teppich gelangt und die Gefahr der Wellenbildung und des Einlaufens größer wird. Besondere Vorsicht ist bei gespannter Ware geboten. Bei empfindlichen Fasern sollte man nicht mehr als 3-4 bar nutzen.
Das Arbeitstempo
Oft wird ein Reinigungsergebnis wegen Streifen und Schatten, die erst nach dem Trockenen erscheinen, negativ beurteilt. Diese Streifen werden normalerweise durch ein zu hohes Arbeitstempo oder eine zu geringe Überlappung verursacht .Dies kann dadurch vermieden werden, dass man nach der Reinigung noch ein zweites Mal den Teppich absaugt. Lieber langsam und gründlich arbeiten als zu schnell mit einem negativen Ergebnis.
Hierauf sollte grundsätzlich geachtet werden
Nadelfilz
Wird am besten mit dem Verfahren Shampoonierung und Sprühextraktion gereinigt. Hierbei muss viel Wasser verwendet werden um das aufgebrachte Shampoo auszuspülen. Empfehlenswert ist hier ein Bürstenaufsatz für das Sprühextraktionsgerät.
Schlinge
Bei synthetischer Schlinge ist die Bearbeitung problemlos. Allgemein alkalibeständig. Für Wollschlinge bitte unter Wolle schauen.
Velour
Velour gibt es in vielen verschiedenen Ausführungen und Fasern. Eigentlich unproblematisch, Vorsicht ist nur geboten wenn ein Zweitrücken aus Jute vorhanden ist. Reinigung mit normalen Teppichreinigungsmitteln, hinterher aber bitte mit dem Florbesen den Flor wieder in eine Richtung ziehen.
Wolle
Nie zu heiß bearbeiten. Sollte mit einem sehr neutral eingestellten Reiniger gereinigt werden. Boden nicht zu nass machen.
Berber
ähnlich wie Wollböden bearbeiten. Berber kann aber mehr Wasser vertragen und bei ganz weißen Teppichen bitte einen Aufheller in den Reinigungstank geben. Die Reinigung muss im Kreuzprinzip erfolgen – von oben nach unten und von links nach rechts. Nur so werden die langen Fasern gründlich bis ins Trägergewebe gereinigt. Wenn Zöpfe und Fransen vorhanden sind, werden diese nach der Reinigung mit der Hand gereinigt und anschließend mit einer Fransenbürste ausgebürstet.
Maschinengewebte Teppiche
Nur bei Juterücken nicht übernässen ansonsten normal reinigen. Im Kreuzprinzip bearbeiten. Anschließend mit dem Florbesen ausbürsten und die Fransen mit einer Fransenbürste bearbeiten.
Fleckenentfernung nach Reinigung.
Eventuell noch vorhandene Flecken nach einer Reinigung müssen Sie manuell bearbeiten. Sorgen Sie dafür, dass Sie einen Fleckenkoffer immer dabei haben sowie eine Detachurbürste und einen Spatel. Für bestimmte Flecken verwenden Sie eine Fleckentfernungstabelle um das passende Mittel zu finden. Bei der Fleckentfernung müssen Sie klopfend mit der Datachierbürste auf die Stelle einwirken. Nicht reiben. Beim Reinigen werden oft Flecken in die Faser eingebrannt oder fixiert. Dies gilt im besonderen für Kugelschreiber- und Filzschreiberflecken.
Imprägnierung
Sie sollten überlegen ob diese aufgetragen werden muss und ob ein Geruchsbinder notwendig ist. Wie Sie sehen, ist Teppichreinigung heute mehr als nur mal eben shampoonieren.
Vergessen Sie nicht den Flor sauber und gleichmäßig in eine Richtung zu bürsten um das optische Ergebnis abzurunden.
